Der Server namens „Paranoia“: Verteidigt „Autistici/Inventati“ noch vor dem 25. September!
++English below++
Seit fünfundzwanzig Jahren baut ein italienisches Hacker-Kollektiv eine Kommunikationsinfrastruktur auf, die Zensur, Überwachung und Polizeirazzien standhalten soll. Am 26. August stuften die Vereinigten Staaten das Kollektiv als terroristische Organisation ein. Am 25. September endet die Auflösungsfrist.
Es hätte eine dunkle und stürmische Nacht in einem italienischen Hacklab sein sollen.
Stattdessen war es ärgerlicherweise ein wunderschöner, sonniger Sonntag.
Am 3. März 2001 versammelten sich etwa zehn Personen im LOA-Hacklab in Mailand um einen Computer, der aus ausrangierten Geräten zusammengebaut worden war. Eine Bank hatte ihnen einen alten Server zum symbolischen Preis von 15.000 Lire – etwa acht Dollar – verkauft. Sie erweiterten ihn mit wiederverwerteten Bauteilen, darunter eine Festplatte, die aus einem Heimcomputer stammte. Niemand kam mit einem formellen Bauplan. Softwarepakete wurden nacheinander besprochen. Jede Entscheidung wurde so lange diskutiert, bis alle einverstanden waren. Bewusst wurde die Person mit der geringsten technischen Erfahrung an die Tastatur gesetzt. Der Prozess dauerte weitaus länger als nötig, da Effizienz nicht das einzige Ziel war. Jeder sollte verstehen, was er da aufbaute. An diesem Tag, so erinnerte sich später ein Teilnehmer, verkündeten sie: „A/I existiert nun.“
Sie nannten die Maschine „Paranoia“. Im folgenden Monat ging sie online und trug zwei Domains und zwei miteinander verflochtene Geschichten in sich: Autistici.org und Inventati.org. Fünfundzwanzig Jahre später, am 26. August 2026, stuften die Vereinigten Staaten Autistici/Inventati als „Specially Designated Global Terrorist“ ein und setzten die Organisation auf die Liste der „Specially Designated Nationals and Blocked Persons“.
Die Distanz zwischen diesen beiden Ereignissen – von einer recycelten Maschine in einem Mailänder Hacklab bis hin zu den Mechanismen des amerikanischen nationalen Sicherheitsapparats – ist die Geschichte eines Kollektivs, das ein Vierteljahrhundert lang auf einer gefährlichen These beharrt hat:
Die Leute sollten kommunizieren können, ohne sich zuvor Unternehmen oder Regierungen unterwerfen zu müssen.
Die unmittelbare Bedrohung hat nun ein Datum. Am 25. September läuft die vorübergehende Genehmigung der USA für Institutionen aus, ihre Beziehungen zu A/I einzustellen. Banken, Technologieunternehmen, Hosting-Anbieter und andere Institutionen werden angewiesen, die verbleibenden Verbindungen zu kappen. A/I hat seine Infrastruktur so aufgebaut, dass sie das Verschwinden eines Servers überstehen kann. Die Vereinigten Staaten versuchen nun, das Kollektiv wirtschaftlich und technologisch unantastbar zu machen. Begleiten Sie uns dabei, zu erkunden, was A/I ist, welche Geschichte es hat und was dieser neueste Angriff für das autonome Tech-Kollektiv und die breitere radikale Gemeinschaft bedeuten könnte.
*Vor A/I: Italiens Untergrund-Internet*
Autistici[1]/Inventati[2] ist nicht aus dem Nichts entstanden. Seine Wurzeln reichen zurück in mehr als ein Jahrzehnt autonomer Organisation in Italien, Piratenradio, Bulletin-Board-Systeme, besetzte Sozialzentren, antikapitalistische Bewegungen und Experimente mit Computern als politische Werkzeuge. In den 1990er Jahren boten Netzwerke wie das European Counter Network und Isole nella Rete sozialen Bewegungen Online-Räume, als das Internet für einen Großteil der Öffentlichkeit noch Neuland war. Italiens Hackmeetings brachten Programmierer, Aktivisten, Künstler und technisch Neugierige in selbstverwalteten Räumen zusammen. In besetzten Sozialzentren entstanden Hacklabs, in denen Menschen Linux lernen, Netzwerke aufbauen und technisches Wissen als etwas betrachten konnten, das geteilt und nicht verkauft werden sollte. Die zukünftigen Mitglieder von A/I kamen aus verschiedenen Teilen dieser Welt. In Mailand verwendeten Menschen aus dem Umfeld des LOA-Hacklabs den Namen Autistici, um ihre intensive Faszination für Technologie und ihren Wunsch zu beschreiben, die darin verborgenen politischen Zusammenhänge aufzudecken. In Florenz war das Projekt Inventati stärker auf Kommunikation, Veröffentlichungen und die Organisation von Bewegungen ausgerichtet. Zu seinen Projekten gehörten Stampa Clandestina, eine Zeitung, die direkt an Stadtmauern geklebt werden sollte, und Spia la Spia, eine Initiative zur Kartierung von Überwachungskameras an öffentlichen Orten.
Auch Leute aus Bologna und anderen Orten waren daran beteiligt. Viele wirkten an der frühen Entwicklung von Indymedia Italien mit, einem Teil des internationalen Open-Publishing-Netzwerks, das es Demonstranten und einfachen Teilnehmern ermöglichte, über Ereignisse zu berichten, ohne darauf warten zu müssen, dass professionelle Journalisten diese vermittelten. Die verschiedenen Gruppen standen vor einem gemeinsamen Problem: Bewegungen benötigten zunehmend Websites, Mailinglisten und private E-Mail-Adressen, doch unabhängige Infrastruktur war nach wie vor rar. Das bestehende European Counter Network trug einen zu großen Teil dieser Last. Kommerzielle Anbieter boten zwar größere Kapazitäten, jedoch um den Preis von Geld, Abhängigkeit, Überwachung und letztendlich Zensur. Im November 2000 schickte Inventati den Mailänder Hackern eine verschlüsselte E-Mail mit der Bitte um ein Treffen. Die Nachricht wirkte wie aus einem Amateur-Spionagefilm: PGP-Schlüssel, sorgfältig ausgearbeitete Erkennungsanweisungen, eine geheime Uhrzeit und ein geheimer Ort. Dann trafen die Florentiner mit zwei Stunden Verspätung in einer legendären Rostlaube namens „General Lee“ ein, hupten vor dem besetzten Haus, während die Polizei, die das Gebäude überwachte, verwirrt zusah.
Als vereinbarte historische Tatsache gilt, dass schließlich alle in einer Pizzeria namens „La Balena“ aßen. Beim Abendessen enthüllten die Florentiner ihren angeblich aufrührerischen Plan:
Einen weiteren autonomen Server aufzubauen.
Die Absicht bestand nicht darin, die bestehende Infrastruktur der Bewegung durch einen neuen zentralen Anbieter zu ersetzen. Vielmehr sollte sie vervielfacht werden. Wenn es Tausende autonomer Server gäbe, so die Überlegung, könnte kein einzelner Überfall oder keine Beschlagnahmung die Kommunikation aller lahmlegen. Autistici steuerte einen Großteil des technischen Know-hows bei. Inventati brachte seine Erfahrungen im Verlagswesen, in der Kulturarbeit und in der Kommunikation innerhalb der Bewegung ein. Gemeinsam wurden sie zu Autistici/Inventati, meist abgekürzt als A/I. Der rechtliche Verein des Kollektivs hieß Investici, doch A/I wurde nie zu einer konventionellen Organisation. Es gab keinen Koordinator, keinen offiziellen Leiter und keinen ständigen Sprecher. Entscheidungen wurden gemeinsam getroffen und nicht durch Mehrheitsbeschluss. Niemand wurde bezahlt. Die Mittel stammten aus freiwilligen Spenden, Benefizveranstaltungen und der Arbeit der Menschen, die das Projekt aufrechterhielten. Der doppelte Name war bewusst gewählt. A/I war ein janusköpfiges Wesen: das eine Gesicht technisch, das andere kommunikativ; das eine der Maschine zugewandt, das andere den Bewegungen, die es brauchten.
*Der Server, der sich selbst aussperrte*
Die Geburt verlief nicht ganz glanzvoll. Am zweiten Tag des Bestehens von Paranoia gab jemand einen verkehrten Firewall-Befehl ein und wies die Maschine versehentlich an, jede Verbindung abzulehnen, die nicht von ihr selbst ausging.
Der Server konnte nur mit dem Server selbst kommunizieren.
Das Kollektiv fand dies so perfekt zum Markenimage passend, dass es den Fehler auf ein T-Shirt drucken ließ. Diese Kombination aus technischer Seriosität und der Ablehnung von Selbstherrlichkeit wurde Teil des Charakters von A/I. Spätere Server erhielten Namen wie Chernobyl, Astio – „Groll“ – Rivolta, Contumacia und Latitanza: „Aufstand“, „Ungehorsam“ und „Leben auf der Flucht“. Hinter den Scherzen verbarg sich eine ausgearbeitete politische Position. Kommunikation sollte frei und zugänglich sein. Wissen wächst durch den Austausch. Software ist nicht neutral, nur weil sie in einer vermeintlich virtuellen Welt funktioniert. Die Systeme, über die Menschen sprechen, bestimmen, wer sprechen darf, wer zuhören darf, wem die Aufzeichnung gehört und wer zum Schweigen gebracht werden kann. A/I begann damit, Websites, private E-Mail-Adressen, Mailinglisten, Newsletter und Chats anzubieten. Die Dienste wurden schließlich um Noblogs, Filesharing, Audio- und Videokonferenzen, Streaming, anonymes Remailing und andere Kommunikationswerkzeuge erweitert – alles ohne Werbung oder kommerzielle Datenerfassung.
In seinem Manifest wird das Projekt in ausdrücklich politischen Begriffen beschrieben. A/I ist antifaschistisch, antikapitalistisch und antimilitaristisch. Es setzt sich für freie Software, Verschlüsselung, Pseudonymität und den unabhängigen Austausch von Wissen und kulturellen Werken ein. Es reserviert seine begrenzten, von Freiwilligen betriebenen Ressourcen für Menschen und Projekte, die im Großen und Ganzen mit diesen Prinzipien vereinbar sind, und nicht für Unternehmen, politische Parteien, organisierte Religionen oder Institutionen, die bereits über die Mittel verfügen, sich Gehör zu verschaffen. A/I war nie ein politisch neutraler kommerzieller Host. Doch die Bereitstellung von Infrastruktur ist nicht dasselbe wie die Erstellung aller Inhalte, die darüber übertragen werden. Politische Affinität ist nicht gleichbedeutend mit operativer Kontrolle. Jemandem ein E-Mail-Konto einzurichten bedeutet nicht, jede Nachricht zu verfassen, die diese Person später versendet. Diese Unterscheidung ist von zentraler Bedeutung für den Angriff, der derzeit gegen A/I geführt wird.
*Genua: Infrastruktur unter Beschuss*
Nur wenige Monate nach dem Start von „Paranoia“ fand der G8-Gipfel in Genua statt. Viele A/I-Teilnehmer waren auch bei Indymedia Italien aktiv. Sie halfen beim Aufbau des Medienzentrums der Bewegung, verlegten Kabel, richteten Server ein und richteten Arbeitsplätze ein, über die Demonstranten über die Ereignisse in der ganzen Stadt berichten konnten. Was folgte, war historisch: riesige Demonstrationen, die Tötung von Carlo Giuliani durch die Polizei[3], wahllose Prügelattacken auf den Straßen, Folter und Misshandlungen in der Bolzaneto-Kaserne sowie die nächtliche Razzia in der Diaz-Schule[4]. Offizielle Darstellungen standen im Widerspruch zu Fotos, Aufnahmen und Augenzeugenberichten, die über unabhängige Infrastrukturen verbreitet wurden. Genua wurde zu einer der ersten großen Demonstrationen, die von den Teilnehmer*innen aus nahezu jeder Perspektive dokumentiert wurden und nicht ausschließlich durch institutionelle Medien.
Für A/I war es zudem das, was das Kollektiv später als „traumatische Gemeinschaft“ bezeichnete. Seine Mitglieder erlebten gemeinsam dieselbe Gewalt, während sie gleichzeitig Systeme aufrechterhielten, durch die Beweise dieser Gewalt nach außen gelangen konnten. Nach Genua war A/I nicht mehr nur ein interessantes technisches Experiment. Es war zu einer vertrauenswürdigen Infrastruktur der Bewegung geworden. Die Nachfrage stieg rasant an. Bis 2003 hostete A/I mehr als 2.000 Nutzer, 205 Websites und 269 Mailinglisten. Das kostenlose Hosting dieser Dienste wurde zunehmend untragbar, während kommerzielles Hosting jährlich Tausende von Euro gekostet hätte. Das Kollektiv reagierte darauf mit den KAOS-Touren: Wanderveranstaltungen, die Benefizveranstaltungen, Partys, öffentliche Diskussionen und praktische Workshops kombinierten. A/I-Mitglieder brachten den Menschen bei, wie man Server konfiguriert, Kommunikation verschlüsselt, Videos bearbeitet und verbreitet, digitale Archive anlegt und Audio streamt.
Die Touren brachten Geld ein, doch ihr tieferer Zweck war politische Bildung. Das Kollektiv wollte keine Gruppe unsichtbarer Experten werden, die für passive Nutzer Zauberei vollbringen. Es wollte, dass die Gemeinschaft die Mechanismen versteht, von denen sie zunehmend abhängig war.
Jeder weitere Angriff auf A/I führte zu einer Variation dieser Reaktion:
Offenlegen, was passiert ist. Den Schaden beheben. Die Erkenntnisse weitergeben. Etwas aufbauen, das schwerer zu zerstören ist.
*Trenitalia entdeckt den Streisand-Effekt*
Die erste größere rechtliche Auseinandersetzung von A/I gab es 2004. Ein Designkollektiv namens Zenmai hatte eine Website erstellt, die die italienische Eisenbahngesellschaft Trenitalia parodierte. Die Seite ahmte das Erscheinungsbild der Unternehmenswebsite nach und prangerte gleichzeitig Trenitalias Beteiligung am Transport von Panzern und anderem Militärgut während der Irak-Invasion an. Trenitalia forderte die Entfernung der Seite, Schadenersatz sowie die Veröffentlichung von Bekanntmachungen in zwei großen Zeitungen, deren Kosten auf etwa 20.000 Euro geschätzt wurden. Ein Gericht ordnete zunächst an, dass A/I die Parodie entfernen müsse. Das Internet reagierte darauf, indem es sie überall reproduzierte.
Trenitalia forderte daraufhin, dass A/I auch die Links zu den Spiegelseiten entfernen solle – ein Argument, das die absurde Möglichkeit aufwarf, dass das Verlinken auf umstrittenes Material jede Suchmaschine dafür haftbar machen könnte. A/I legte Berufung ein. Am 14. September 2004 entschied das Gericht, dass es sich bei der Website um geschützte Satire handele, die auf einer faktischen Kontroverse beruhe. Die Seite ging wieder online, und Trenitalia wurde zur Übernahme der Prozesskosten von A/I verurteilt. Es war ein außergewöhnlicher Sieg für ein kleines Freiwilligenkollektiv. Doch während A/I vor Gericht gegen offensichtliche Zensur kämpfte, fand ohne ihr Wissen eine gefährlichere Aktion statt.
*Der Aruba Durchgriff*
Zu diesem Zeitpunkt war der Server von A/I beim kommerziellen Anbieter Aruba[5] in Arezzo untergebracht. Am 15. Juni 2004 erschien die italienische Polizei auf Anordnung eines Staatsanwalts aus Bologna bei Aruba. Die Techniker des Unternehmens schalteten den Server von A/I ab und erlaubten der Polizei, Material von den Festplatten zu kopieren. Die Ermittler beschlagnahmten die kryptografischen Zertifikate und installierten möglicherweise Geräte, mit denen der Datenverkehr abgefangen werden konnte. A/I wurde mitgeteilt, die Unterbrechung sei auf ein elektrisches Problem zurückzuführen. Das Kollektiv erfuhr die Wahrheit erst fast ein Jahr später und auch das nur durch Zufall.
Im Mai 2005 wurde A/I im Rahmen einer weitreichenden Ermittlung wegen des Vorwurfs anarchistischer Verschwörung und Subversion angewiesen, das vom italienischen Anarchist Black Cross, Crocenera Anarchica, genutzte Postfach zu schließen. A/I kam der gerichtlichen Anordnung nach und forderte die zugrunde liegenden Verfahrensunterlagen an. Diese Unterlagen enthielten Nachrichten, an die die Ermittler eigentlich keinen Zugriff hätten haben dürfen. In einer Fußnote versteckt stand die Erklärung: Die Polizei war im Vorjahr nach Aruba gereist und hatte sich Zugang zum Server von A/I verschafft. Eine Operation, die angeblich nur ein Postfach betraf, hatte potenziell Tausende von Konten und Zehntausende von Abonnenten von Mailinglisten gefährdet. Zu den Betroffenen gehörten Anwälte und technische Experten, die mit dem „Genoa Legal Forum“ zusammenarbeiteten. Die Polizei könnte somit Zugang zu vertraulicher Kommunikation der Verteidigung erhalten haben, die Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Verhalten der Polizei beim G8-Gipfel betraf. Der Verstoß deckte eine brutale Wahrheit auf. A/I konnte zwar einen eigenen Server betreiben, ihn sorgfältig konfigurieren und sich weigern, identifizierende Protokolle zu speichern – doch der physische Server befand sich nach wie vor im Gebäude eines anderen. Ein kommerzieller Anbieter konnte die Tür öffnen, den Inhalt herausgeben und verschleiern, was geschehen war.
A/I entfernte den Rechner aus Aruba, bereinigte ihn und stellte die wesentlichen Dienste wieder her. In Italien und auf europäischer Ebene wurden parlamentarische Anfragen gestellt. Das Kollektiv reiste durch Italien und Europa, um den Vorfall zu erläutern. Vor allem aber baute es das Netzwerk wieder auf.
*Plan R*: Repression wird zur Architektur*
Das Ergebnis war der im Oktober 2005 gestartete Plan R*: ein Netzwerk „resistenter Kommunikation“. Anstatt die Dienste von A/I auf einem einzigen Rechner zu konzentrieren, verteilte das Kollektiv verschlüsselte Daten und Funktionen auf Server in mehreren Ländern. Nach außen gerichtete Rechner konnten ersetzt werden. Dienste konnten verlagert werden, wenn Hardware beschlagnahmt wurde oder ein Anbieter feindselig wurde. Der Ausfall eines Knotens würde nicht länger die gesamte Gemeinschaft gefährden oder zum Schweigen bringen. R* stand für Replikation, Redundanz, Resistenz und andere Wörter, die mit R beginnen. Seine Architektur war nicht nur darauf ausgelegt, technische Ausfälle zu überstehen, sondern auch politischen Angriffen standzuhalten. A/I behauptete nicht, perfekte Sicherheit garantieren zu können. Im Gegenteil: Es warnte die Nutzer wiederholt davor, ihre Sicherheit blindlings irgendeinem Anbieter anzuvertrauen – auch nicht A/I. Es reduzierte Protokolle und identifizierende Informationen auf ein Minimum, denn Informationen, die nicht existieren, können nicht ohne Weiteres beschlagnahmt werden. Es ermutigte die Nutzer, ihre eigene Kommunikation zu verschlüsseln, da selbst die stärkste Serverarchitektur unsichere individuelle Praktiken nicht ausgleichen könne.
Das Kollektiv verwandelte eine verdeckte Überwachungsaktion in eine Lektion über Infrastruktur.
Repression wurde zur Architektur.
*Der Vatikan, ein satirisches Videospiel und Norwegen*
Der Druck hielt an. Im Jahr 2007 forderte ein italienischer Politiker Maßnahmen gegen „Operation: Pedopriest“, ein satirisches Browsergame, das die Bemühungen der katholischen Kirche kritisierte, sexuellen Missbrauch durch Geistliche zu vertuschen. Der Entwickler nahm das Spiel vorübergehend vom Netz, um den Hosting-Anbieter zu schützen. A/I stellte daraufhin eine Kopie bereit. Nach einer Beschwerde einer nicht näher bezeichneten Kinderschutzorganisation sperrte ein amerikanischer Anbieter den gesamten Noblogs-Server. Nach Rücksprache mit Anwälten kam der Anbieter zu dem Schluss, dass die Satire in den Vereinigten Staaten rechtmäßig sei, und stellte den Server wieder her. Plan R* hielt das umstrittene Material an anderer Stelle zugänglich und begrenzte so die weitreichenden Auswirkungen der Unterbrechung. Zu diesem Zeitpunkt war A/I bereits zu einem wichtigen Zufluchtsort vor dem aufkommenden kommerziellen Social Web geworden. Noblogs bot unabhängiges Publizieren ohne Werbung, Data Mining oder die Forderung, dass Nutzer ihre rechtliche Identität mit allem verknüpfen, was sie sagten.
Zu den Nutzern zählten Bewegungsorganisationen, unabhängige Autoren, Dissidenten, Künstler und Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen, die in gefährlichen Umgebungen tätig waren. Im Jahr 2008 erhielt A/I den italienischen „Winston Smith Privacy Hero“-Preis[6] für den Aufbau einer freien Kommunikationsinfrastruktur, die trotz knapper Ressourcen, technischer Angriffe und wiederholter gerichtlicher Eingriffe zensurresistent war. Am 6. November 2010 kopierte die norwegische Polizei dann auf Antrag Italiens die Festplatten eines A/I-Servers. Ausgangspunkt der Ermittlungen waren Drohungen und antifaschistische Graffiti, die sich gegen Mitglieder der neofaschistischen Organisation CasaPound richteten. Die Behörden suchten nach Informationen zu einem E-Mail-Postfach. A/I hatte bereits erklärt, dass es weder über die Identitäten der Nutzer noch über Aktivitätsprotokolle verfügte, doch die Ermittler wollten offenbar überprüfen, ob dies der Wahrheit entsprach.
Dabei wurden Tausende von Konten kopiert.
Plan R* stellte die betroffenen Dienste an anderer Stelle innerhalb von etwa zwei Stunden wieder her. Innerhalb von vierundzwanzig Stunden lief das Netzwerk wieder normal. Die beschlagnahmten Festplatten waren verschlüsselt und lieferten keine verwertbaren identifizierenden Informationen. Die Aktion entwickelte sich in Norwegen zu einem öffentlichen Skandal. Anwälte, Journalisten und Technologieverbände stellten die Frage, warum die norwegische Polizei als Reaktion auf eine unzureichend begründete ausländische Anfrage die private Kommunikation von Tausenden von Menschen kopiert hatte. Die zugrunde liegenden italienischen Ermittlungen wurden schließlich eingestellt. Während eine andere Organisation wiederholte Razzien vielleicht als Beweis dafür interpretiert hätte, dass ihr Projekt unmöglich war, sah A/I darin eine Bestätigung dafür, dass das Projekt notwendig war. Seine Geschichte ist in dem Buch des Kollektivs „+KAOS: Ten Years of Hacking and Media Activism“[7] sowie in der eigenen Chronik des Kollektivs dokumentiert.
*26. August 2026*
Der jüngste Angriff ist von ganz anderer Art. Am 26. August stufte das US-Außenministerium Autistici/Inventati als „Specially Designated Global Terrorist“ ein. Gleichzeitig nahm das Office of Foreign Assets Control des Finanzministeriums A/I gemäß der Executive Order 13224 in die Liste der „Specially Designated Nationals and Blocked Persons“ auf. Dies ist nicht bloß eine verurteilende Regierungserklärung. Damit wird eines der weltweit mächtigsten Systeme der wirtschaftlichen Ausgrenzung in Gang gesetzt. Die Vereinigten Staaten behaupten, dass A/I antifaschistischen Gruppen und anderen radikalen Bewegungen, darunter auch Organisationen, die bereits von den Vereinigten Staaten benannt wurden, spezialisierte digitale Infrastruktur, verschlüsselte Kommunikation und Hosting-Dienste zur Verfügung stellt.
Die öffentliche Erklärung des Finanzministeriums konzentriert sich auf die von A/I angebotenen Dienste: im Ausland gehostete Websites, verschlüsselte E-Mails, Chats, Videokonferenzen und die digitale Architektur, auf der Noblogs basiert. Darin werden die antifaschistische und antimilitaristische Politik von A/I beschrieben, ebenso wie die Praxis, Projekte auszuwählen, die mit dieser Politik vereinbar sind, sowie die Bereitstellung von Infrastruktur, die von der PKK genutzt wird. Das Finanzministerium wertet die Bereitstellung dieser Infrastruktur als materielle oder technologische Unterstützung des Terrorismus ein. (Erklärung des US-Finanzministeriums) Die begleitende Begründung des Außenministeriums geht noch weiter und führt Angriffe, Kommuniqués und Veröffentlichungen an, die angeblich über die Infrastruktur von A/I gelaufen sind. Zu den Beispielen zählen angebliche Sabotageakte an Eisenbahnstrecken und Pipelines in Europa, Angriffe auf die Energieinfrastruktur, „Rose City Antifa“[8], Widerstand gegen das geplante Polizeiausbildungszentrum in Atlanta, „Jane’s Revenge“ sowie Veröffentlichungen mit Erklärungen, die bewaffneten Organisationen zugeschrieben werden. (Einstufung durch das Außenministerium) Aus den öffentlichen Erklärungen der Regierung geht nicht hervor, dass A/I diese Aktionen geplant, Ziele ausgewählt, Waffen transferiert, die genannten Gruppen angeleitet oder das auf seinen Systemen gehostete Material verfasst hat. Sie belegen nicht, wann A/I von einer bestimmten Tat erfahren hat oder ob es bereits vor deren Begehung davon wusste.
Stattdessen vertritt die Einstufung eine weiter gefasste und weitreichendere These:
Der Aufbau einer Kommunikationsinfrastruktur für radikale Bewegungen kann an sich schon als Terrorismus gewertet werden.
Diese Theorie hebt die Unterscheidung zwischen Anbieter und Nutzer auf; zwischen politischer Affinität und operativer Kontrolle; zwischen dem Schutz der Privatsphäre und der Verschleierung einer Straftat; zwischen dem Betrieb einer Veröffentlichungsplattform und der Urheberschaft aller darüber veröffentlichten Inhalte. A/I hat nie behauptet, politisch neutral zu sein. Es hat diese Infrastruktur gerade deshalb aufgebaut, weil radikale Bewegungen einen Ort brauchten, an dem sie sich jenseits der Kontrolle von Unternehmen und Staat äußern, veröffentlichen und organisieren konnten. Die Vereinigten Staaten nutzen diesen Zweck nun als Beweis gegen A/I.
*Was am 25. September geschehen wird*
Da A/I nun auf der SDN-Liste steht, müssen alle Vermögenswerte oder Anteile an Vermögenswerten von A/I innerhalb der Vereinigten Staaten – oder solche, die sich im Besitz einer US-Person befinden oder von dieser kontrolliert werden – gesperrt und dem OFAC[9] gemeldet werden. Sofern keine Ausnahmeregelung oder Lizenz vorliegt, ist es US-Personen und -Institutionen grundsätzlich untersagt, Gelder, Waren oder Dienstleistungen im Zusammenhang mit A/I bereitzustellen oder entgegenzunehmen. Die Beschränkungen können sich auch auf Transaktionen erstrecken, die über die Vereinigten Staaten abgewickelt werden, selbst wenn die beteiligten Parteien ihren Sitz anderswo haben. Das OFAC hat eine befristete Genehmigung erteilt, die Transaktionen erlaubt, die üblicherweise zur Abwicklung bestehender Geschäftsbeziehungen mit A/I erforderlich sind, und zwar bis zum 25. September 2026, 00:01 Uhr Eastern Time. Dem Kollektiv geschuldete Zahlungen dürfen nicht einfach an dieses freigegeben werden; sie müssen auf gesperrten Konten hinterlegt werden. Nach Ablauf der Frist bedürfen betroffene Transaktionen einer weiteren entsprechenden Genehmigung. Der 25. September ist daher der Stichtag, bis zu dem sich amerikanische Unternehmen und Einzelpersonen von A/I trennen müssen.
Zu den möglichen Folgen zählen unter anderem der Verlust von:
– Bankkonten und Zahlungsabwicklungsdiensten.
– Spenden und Fundraising-Diensten mit Bezug zu den USA.
– Hosting-, Cloud-Infrastruktur- und Upstream-Netzwerkdiensten.
– Domain-Registrierungen und damit verbundenen technischen Diensten.
– Zertifikats-, Sicherheits- und E-Mail-Zustellungskonten.
– Software- und Kommunikationsdiensten.
– Geschäftsbeziehungen zu nicht-amerikanischen Anbietern, die aufgrund der amerikanischen Sekundärsanktionen verunsichert sind.
– Zugang für Personen in den Vereinigten Staaten, die derzeit die Dienste von A/I nutzen.
Ausländische Unternehmen unterliegen nicht automatisch jedem Verbot, das für US-Amerikaner gilt. Das OFAC warnt jedoch davor, dass ausländische Finanzinstitute Sekundärsanktionen riskieren, wenn sie wissentlich bedeutende Transaktionen im Auftrag einer benannten Organisation ermöglichen. Diese Warnung kann ebenso viel Schaden anrichten wie eine direkte Durchsetzung. Eine europäische Bank, eine Registrierungsstelle oder ein Hosting-Unternehmen weiß möglicherweise nicht genau, was das US-Recht von ihr verlangt. Die Compliance-Abteilung des Unternehmens könnte einfach zu dem Schluss kommen, dass die Aufrechterhaltung einer Geschäftsbeziehung mit einem kleinen italienischen Anarchistenkollektiv das wahrgenommene Risiko nicht wert ist. Institutionen neigen häufig dazu, die Vorschriften übermäßig streng einzuhalten. Anbieter könnten Konten schließen oder Infrastruktur zurückziehen, selbst wenn das Gesetz dies nicht eindeutig vorschreibt. Organisationen könnten Links entfernen, den Schriftverkehr vermeiden oder völlig unabhängige Beziehungen beenden, nur weil der Name von A/I nun auf einer Terrorismus-Blacklist steht.
Auf diese Weise erlangen amerikanische Sanktionen weltweite Durchschlagskraft: nicht nur durch rechtliche Zuständigkeit, sondern auch durch institutionelle Angst.
*Das eigentliche Ziel ist die Community rund um den Server*
Die Einstufung mag sich zwar gegen A/I richten, doch ihre Auswirkungen werden nicht bei dieser Gruppe Halt machen. Die Infrastruktur von A/I wird von Autor*innen, Organisator*innen, Forscher*innen, Künstler*innen, Publikationen von Bewegungen und Menschen genutzt, die sich gerade deshalb dafür entschieden haben, weil kommerzielle Plattformen unsicher, politisch feindselig oder darauf ausgelegt waren, ihre Daten abzugreifen. Diese Nutzer werden nicht automatisch sanktioniert, nur weil sie eine A/I-Adresse haben oder auf Noblogs veröffentlichen. Doch sobald der Anbieter selbst auf eine Terrorismus-Blacklist gesetzt wird, kann eine gewöhnliche Verbindung zu einem Risikosignal werden. Eine Bank könnte eine Zahlung genauer prüfen. Ein E-Mail-Anbieter könnte die Zustellung herabstufen oder blockieren. Ein Arbeitgeber, Grenzbeamter oder Ermittler könnte eine Adresse als verdächtig einstufen. Ein Journalist könnte zögern, eine Quelle zu kontaktieren. Ein Forscher könnte ein Archiv meiden. Ein neuer Nutzer könnte entscheiden, dass die Eröffnung eines Kontos zu gefährlich ist. All dies erfordert nicht, dass die Regierung jede betroffene Person strafrechtlich verfolgt. Die Einstufung kann einen eigenen Kreis der Angst erzeugen.
Das ist ein Grund, warum dieser ansonsten unerklärliche Schritt für den Staat nützlich sein könnte, selbst wenn A/I online bleibt. Frühere Angriffe versuchten, das Kollektiv über bestimmte Rechner, E-Mail-Postfächer und Provider zu erreichen. A/I reagierte darauf, indem es seine Systeme verteilte, seine Festplatten verschlüsselte und weniger Informationen speicherte. Diese Vorgehensweisen machten herkömmliche Beschlagnahmungen und Überwachungsmaßnahmen weniger effektiv. Sanktionen zielen auf eine andere Ebene ab: die Beziehungen, die das Bestehen der Infrastruktur ermöglichen. Anstatt die Verschlüsselung zu knacken, kann die Regierung Banken, Registrare, Rechenzentren, Softwareunternehmen und Nutzer unter Druck setzen, die Betreiber des Netzwerks zu isolieren. Anstatt vor Gericht nachzuweisen, dass jeder einzelne Nutzer eine Straftat begangen hat, kann sie den fortgesetzten Kontakt kostspielig und rechtlich unsicher machen.
Dies ist die Macht eines Überwachungsstaates, die über private Vermittler wirkt. Die Regierung muss nicht in jedem Serverraum einen Beamten postieren, wenn Compliance-Abteilungen, Zahlungsabwickler und Plattformen dazu gebracht werden können, das Netzwerk selbst zu überwachen. Jede Institution wird ihre eigene Abwehrgrenze ziehen, die oft weiter reicht, als es das Gesetz vorschreibt. Manche verlangen möglicherweise mehr Ausweisdokumente, speichern mehr Protokolle, überwachen politische Inhalte oder lehnen datenschutzfördernde Projekte gänzlich ab. Andere schließen möglicherweise stillschweigend Konten und bieten keine sinnvollen Rechtsmittel an. Die Durchsetzung verteilt sich auf Unternehmen, deren Entscheidungen schwer einzusehen, anzufechten oder gar zu dokumentieren sind.
Der daraus resultierende Schaden beschränkt sich nicht auf Zensur. Er kann die Architektur der Kommunikation innerhalb von Bewegungen verändern. Kleine, autonome Anbieter könnten zu dem Schluss kommen, dass die Betreuung kontroverser Gemeinschaften ein existenzielles Risiko darstellt. Größere Plattformen könnten die Einstufung als weiteren Grund anführen, um Identitätsprüfungen, automatisierte Moderation und Datenspeicherung auszuweiten. Nutzer könnten von vertrauenswürdiger Infrastruktur der Bewegung zu kommerziellen Systemen abwandern, die leichter zu überwachen, per Vorladung zu erfassen und zu kartieren sind. Der Staat gewinnt an Einfluss, selbst wenn er keinen Klartext von den verschlüsselten Festplatten von A/I erhält: Menschen distanzieren sich voneinander, Anbieter sammeln mehr Informationen und die sozialen Beziehungen rund um regimekritisches Engagement lassen sich leichter beobachten.
Der Präzedenzfall reicht zudem über explizit anarchistische oder antifaschistische Projekte hinaus. Wenn politische Übereinstimmung mit Nutzern, Datenschutzmaßnahmen und das Hosten kontroverser Veröffentlichungen zu einem Fall zusammengefasst werden können, in dem die Infrastruktur selbst als Unterstützung gilt, dann haben verschlüsselte E-Mail-Anbieter, radikale Verlage, Community-Archive, VPNs, föderierte soziale Netzwerke, Rechtshilfeprojekte und andere unabhängige Hosts allen Grund, aufmerksam zu sein. Die konkreten Sachverhalte und Rechtslage würden sich in jedem Fall unterscheiden. Die Gefahr liegt in der Normalisierung dieser Kategorie: Ein Kommunikationsanbieter wird nicht mehr als Vermittler oder Herausgeber mit eigenen Rechten und Pflichten behandelt, sondern als Beteiligter an jeder Handlung, die die Regierung jedem zuschreibt, der seine Systeme nutzt.
Das bedeutet nicht, dass die Einstufung insgeheim jeden A/I-Nutzer betrifft oder dass jede mögliche Konsequenz eintreten wird. Die Regierung hat ihre interne Strategie über die Vorwürfe in ihren Erklärungen hinaus nicht öffentlich erläutert. Doch die Struktur der Maßnahme ist erkennbar. Sie ersetzt einen eng gefassten Vorwurf gegen identifizierbares Verhalten durch eine weitreichende Sanktion gegen die Infrastruktur; verlagert die Durchsetzung vom Gerichtssaal in ein globales Netzwerk vorsichtiger Institutionen; und macht die Unsicherheit selbst zu einem Instrument der Kontrolle. Das unmittelbare Ziel mag darin bestehen, A/I außer Gefecht zu setzen. Die weiterreichende Wirkung besteht darin, jeden zu warnen, der Kommunikationswege außerhalb der Kontrolle von Unternehmen und Staat aufbaut, dass der Schutz, den diese bieten, als Beweismittel gegen ihn gewendet werden kann.
*Kann A/I das überstehen?*
A/I hat die staatliche Repression schon von weitem kommen sehen.
Die gesamte Infrastruktur geht von folgenden Annahmen aus:
– Server werden beschlagnahmt.
– Anbieter werden mit der Polizei kooperieren.
– Regierungen werden Informationen über Nutzer einfordern.
– Unternehmen werden umstrittene Inhalte sperren.
– Einzelne Rechner und Standorte werden nicht mehr erreichbar sein.
– Daten und Dienste müssen daher verschlüsselt, verteilt und austauschbar sein.
Diese Vorbereitung ist entscheidend. A/I hat seinen Sitz in Italien, nicht in den Vereinigten Staaten. Seine Infrastruktur ist international verteilt. Seine Dienste werden von technisch versierten Freiwilligen betreut. Es vermeidet die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter, minimiert identifizierende Informationen und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung bei der Wiederherstellung von Diensten in Notfällen. Es hat keine Aktionäre, keinen Unternehmenssitz und keine herkömmliche Gehaltsliste. Seine relativ bescheidenen Betriebskosten und seine auf Freiwilligen basierende Struktur bieten dem Staat weniger bekannte Ansatzpunkte für Druckausübung. Es gibt kaum Grund anzunehmen, dass die Website, das E-Mail-System oder Noblogs am 25. September einfach verschwinden werden. A/I ist möglicherweise besser gerüstet, um die Beschlagnahmung oder Abschaltung eines Servers zu überstehen, als fast jedes andere Kommunikationsprojekt vergleichbarer Größe.
Aber dies ist keine weitere Server-Razzia.
Plan R* wurde entwickelt, um das Verschwinden von Servern zu überstehen. Er kann jedoch nicht von sich aus verhindern, dass Banken Gelder sperren, Registrare Domains sperren oder Unternehmen weltweit ihre Dienste einstellen, weil sie Sanktionen seitens der USA befürchten.
Die Maßnahme zielt auf das Verbindungsgeflecht rund um die Server ab:
– Bankgeschäfte.
– Spenden.
– Domains.
– Verträge mit Rechenzentren.
– Bandbreite.
– Zertifikate.
– Software-Abhängigkeiten.
– Internationale institutionelle Beziehungen.
A/I hat technische Isolation bereits zuvor überstanden. Die Vereinigten Staaten versuchen nun, A/I finanziell und institutionell auszuschließen. Seine Kerndienste mögen widerstandsfähig sein. Seine Fähigkeit, diese zu finanzieren, die Infrastruktur zu erneuern und am breiteren technologischen System teilzunehmen, ist jedoch einem erheblich größeren Risiko ausgesetzt. Was nach dem 25. September geschieht, wird daher nicht nur von der Architektur rund um die Daten von A/I abhängen, sondern auch von der Solidarität rund um A/I selbst.
*Der 25. September ist keine Deadline zur Funkstille*
Die Einstufung zielt darauf ab, zu isolieren. Die Antwort muss eine fundierte, unabhängige und disziplinierte Solidarität sein. Menschen in den Vereinigten Staaten sollten keine Spenden improvisieren, Zahlungen verschleiern oder Mittel über eine andere Person, Organisation, Währung oder ein anderes Land leiten. Dies könnte Sanktionsrisiken für den Unterstützer, den Vermittler und A/I selbst nach sich ziehen. Die Verbote können auch über Geld hinausgehen. Koordinierte technische Hilfe, Übersetzungen, Interessenvertretung, Veranstaltungsorganisation oder andere Dienstleistungen, die einer eingestuften Einrichtung erbracht werden, können rechtliche Risiken mit sich bringen.
Der 25. September ist jedoch kein Stichtag für Funkstille. Unabhängige Berichterstattung, Kritik, Protest, Aufklärung und politisches Engagement bleiben weiterhin möglich. Die Menschen können die Geschichte von A/I erzählen, die Behauptungen der Regierung hinterfragen und anfechten, Kontakt zu Journalisten und Bürgerrechtsorganisationen aufnehmen, öffentlich zugängliche Materialien sichern und sich unabhängig gegen die Kriminalisierung widerständiger Kommunikationsinfrastruktur organisieren. Der praktische Unterschied besteht darin, ob man sich unabhängig über A/I äußert und handelt oder ob man A/I finanziell unterstützt oder koordinierte Dienstleistungen für A/I erbringt. Die genauen Grenzen können kompliziert sein. Wer Spendenaktionen, den Aufbau einer Ersatzinfrastruktur, öffentliches Mirroring oder direkte technische Unterstützung in Erwägung zieht, sollte sich von einem qualifizierten Sanktionsanwalt beraten lassen. Ein Leitfaden zu Bürgerrechten vom Februar 2025 über materielle Unterstützung und OFAC-Beschränkungen warnt zudem davor, dass rechtmäßige oder geschützte Aktivitäten dennoch Überwachung, Ermittlungen, einwanderungsrechtliche Konsequenzen oder Zivilklagen nach sich ziehen können. Unterstützer, die von Strafverfolgungsbehörden angesprochen werden, sollten die Beantwortung von Fragen verweigern und mit einem Anwalt sprechen.
Dieser Artikel ist eine Berichterstattung und politische Analyse, keine Rechtsberatung.
*Was Unterstützer vor dem 25. September tun können*
Erzählt die Geschichte. Teilt die Geschichte von A/I: die Hacklabs, Paranoia, Genua, die KAOS-Touren, den Sieg gegen Trenitalia, den Aruba-Hack, Plan R*, Noblogs und die Beschlagnahmung in Norwegen. Lasst nicht zu, dass die Darstellung der Regierung zur einzigen öffentlich zugänglichen Darstellung dessen wird, was A/I ist. Bildet eine öffentliche Verteidigungskoalition. Bittet unabhängige Serverkollektive, Organisationen für digitale Rechte, Hacklabs, Freie-Software-Projekte, radikale Bibliotheken, unabhängige Verlage, Journalisten, Rechtsanwälte, Forscher und ehemalige Nutzer, öffentlich Stellung zu nehmen. Sichert das Archiv. Server können beschlagnahmt werden. Domains können gesperrt werden. Hosting-Anbieter können in Panik geraten. Sichert öffentlich zugängliche und historisch wertvolle Noblogs-Beiträge sowie die Manifeste, technischen Dokumente, Rechtsunterlagen und die Bewegungsgeschichte von A/I. Erfasst Quell-URLs, Urheberschaft, Veröffentlichungsdaten und Abrufdaten. Respektiert Datenschutz, Urheberrecht und Löschanträge. Greift nicht auf private Konten zu und umgeht keine Sicherheitsvorkehrungen. Persönliche Datensicherung, Forschungsarchivierung und gewöhnlicher Journalismus sind nicht dasselbe wie der öffentliche Betrieb einer Ersatzinfrastruktur; wer einen öffentlichen Mirror in Betracht zieht, sollte zunächst qualifizierten Rat einholen.
Dokumentiert Fälle von übersteigerter Compliance. Erfasst Unternehmen, Banken, Registrierungsstellen, Plattformen und Institutionen, die Dienste einstellen oder Inhalte entfernen. Bewahrt Mitteilungen und Korrespondenz auf. Aus den öffentlichen Unterlagen sollte hervorgehen, wie weit die Einstufung über ihren formalen Wortlaut hinausgeht. Fordert Antworten ein. Fragt Organisationen für digitale Rechte, europäische Institutionen und Amtsträger, ob sie zulassen werden, dass amerikanische Sanktionen ein italienisches Kommunikationskollektiv zerschlagen. Fragt, welcher Schutz für europäische Infrastruktur, Nutzer und Archive besteht. Organisiert euch unabhängig. Führt öffentliche Diskussionen über autonome Infrastruktur, Sanktionen, Überwachung und das Gesetz zur materiellen Unterstützung. Veröffentlicht Erläuterungen. Vermittelt Kenntnisse über Verschlüsselung. Unterstützt unabhängige Bürgerrechtsarbeit, die sich gegen weitreichende Terrorismus-Einstufungen wendet. Bereitet rechtmäßige materielle Unterstützung vor. A/I hat sich in der Vergangenheit durch freiwillige Spenden finanziert, aber US-amerikanische Unterstützer sollten während der Gültigkeit der Einstufung ohne klare Genehmigung kein Geld senden oder umleiten. Organisationen für digitale Rechte und Rechtsorganisationen können eigenständig rechtmäßige Unterstützungsmechanismen, Lizenzierungen und mögliche Verfahren zur Aufhebung der Einstufung prüfen.
Hört euch die öffentliche Stellungnahme von A/I aufmerksam an und achtet dabei darauf, die Interessenvertretung rechtlich unabhängig zu halten. Die Erklärung des Kollektivs sollte als Grundlage dafür dienen, wie seine Geschichte und seine Umstände beschrieben werden. Jede koordinierte Kampagne, jeder Fundraising-Kanal und jeder direkte Dienst erfordert eine gesonderte rechtliche Prüfung. Das unmittelbare Ziel ist es, ein stilles Verschwinden von A/I unmöglich zu machen.
*Das Netzwerk namens Solidarität*
A/I hat Zensur einfordernde Unternehmen überstanden, den verdeckten Zugriff der Polizei, beschlagnahmte Festplatten, feindselige Provider, Angriffe aus dem Parlament und internationale Ermittlungen. Der Fall Trenitalia führte zu Spiegelservern und einem juristischen Sieg. Der Aruba-Hack führte zu Plan R*. Die Zensur durch Provider führte zu Redundanz.
Die Beschlagnahmung in Norwegen zeigte, dass sich das Netzwerk innerhalb von Stunden wieder erholen konnte. Jeder Versuch, das Kollektiv zu isolieren, verbreitete Wissen darüber, wie Zensur und Überwachung funktionieren. Jeder Angriff wurde zu einer Gelegenheit, mehr Menschen beizubringen, wie sie sich gegenseitig schützen können. Die Vereinigten Staaten haben diese Geschichte nun in einen globalen Test verwandelt. Auf dem Spiel steht nicht nur das Überleben eines italienischen Hacker-Kollektivs. Es geht darum, ob die Aufrechterhaltung einer Infrastruktur für radikale Bewegungen an sich schon als Terrorismus behandelt werden kann; ob Privatsphäre als Verschleierung neu definiert werden kann; ob die Weigerung, identifizierende Informationen zu sammeln, als Behinderung dargestellt werden kann; und ob ein Provider politisch und rechtlich für jeden Text, jede Taktik und jede Behauptung verantwortlich gemacht werden kann, die über seine Server übertragen werden.
A/I hat sich 25 Jahre lang auf den Tag vorbereitet, an dem ein Server verschwindet. Es weiß, wie man eine Maschine ersetzt, einen Dienst verlagert, verschlüsselte Daten wiederherstellt und den Betrieb fortsetzt, nachdem Polizei oder Provider den Stecker gezogen haben. Die Vereinigten Staaten versuchen etwas anderes. Sie versuchen, Banken, Hosting-Anbieter, Registrare, Infrastrukturanbieter und Unterstützer auf der ganzen Welt so einzuschüchtern, dass sie das Kollektiv im Stich lassen. Ob das gelingt, hängt zum Teil von der Architektur von A/I ab.
Es wird auch von uns abhängen.
Bewahrt bis zum 25. September die Geschichte. Teilt die Geschichte. Baut die Koalition auf. Dokumentiert die Isolation. Vermittelt die Werkzeuge. Bereitet eine rechtmäßige Verteidigung vor. Lasst nicht zu, dass der Staat stillschweigend festlegt, dass der Aufbau einer datenschutzkonformen Infrastruktur für Dissens an sich schon ein Akt des Terrorismus ist. Vor fünfundzwanzig Jahren versammelten sich zehn Menschen um einen ausrangierten Rechner und ließen sich bewusst viel Zeit bei der Konfiguration, weil jeder im Raum etwas lernen sollte. Das ist nach wie vor die Lehre daraus. Überlasst das Wissen nicht den Experten.
Lasst die Infrastruktur nicht an einem einzigen Ort. Lasst die Betroffenen nicht allein.
Der erste Server hieß „Paranoia“.
Das Netzwerk, das er schuf, hieß „Solidarität“.
Schaut bei uns vorbei auf wewillfreeus.org!
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Öffentliche Erklärung von Autistici/Inventati:
Heute wurde uns bekannt, dass die US-Regierung ein kleines, von Freiwilligen geführtes Technologie-Kollektiv aus Italien mit unverhältnismäßigen Sanktionen belegt hat, wie aus der Erklärung des Finanzministeriums, der Erklärung des Außenministeriums und der dazugehörigen Durchführungsverordnung hervorgeht.
Wir weisen alle in den Erklärungen enthaltenen Vorwürfe zurück und bekräftigen gleichzeitig nachdrücklich unser Engagement für die Bereitstellung einer Plattform mit Tools zur digitalen Selbstverteidigung, die dem Bedarf an freier Kommunikation für Aktivisten sowie andere Einzelpersonen, Gruppen und Vereinigungen gerecht wird.
Wir werden nicht nachgeben, wir werden weiterhin das tun, was wir all die Jahre getan haben, und wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um den falschen Anschuldigungen einer politisch verzweifelten Regierung entgegenzuwirken, deren einzige Absicht darin besteht, die Aufmerksamkeit der Menschen und der Medien von ihrer eigenen Gewalt und Kriegstreiberei abzulenken.
Antifaschismus und Antikapitalismus sind kein Terrorismus. Protestieren ist kein Terrorismus. Und jeder hat das Recht, seine Stimme zu erheben und für die Menschlichkeit zu kämpfen.
Autistic/Invented Collective – „Wissen sozialisieren, ohne Macht zu etablieren“
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Ladet das FREE_KAOS_BOOK herunter: https://sabot.media/api/media/files?key=media%2Fuploads%2Fpdf%2Fmedia-1601f2d1-e640-4257-b72b-cfd15bb21219-FREE_KAOS_BOOK.pdf
Ladet unser Medienkit mit Grafiken für soziale Medien, Vorlagen für Organisationen, Pressemitteilungen und vielem mehr herunter, wenn ihr oder eure Organisation Solidarität mit A/I zeigen oder mehr erfahren möchtet: https://sabot.media/api/media/files?key=media%2Fuploads%2Farchive%2Fmedia-6421ab86-f7aa-4b53-b06d-485ebd475fc7-Media-Kit.zip&filename=Media-Kit.zip
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*Fußnoten*
[1] dt.: Autisten [2] dt.: Erfundene / Ausgedachte / Fiktive [3] Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Carlo_Giuliani; die Umstände der Tötung wurden vertuscht und manipuliert, so dass keine rechtsstaatliche Verurteilung zustande kam, was ein weiterer Beleg dafür ist, dass vorgebliche „Rechtsstaatlichkeit“ nur simuliert wird. [4] Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/G8-Gipfel_in_Genua_2001#22._Juli [5] aruba.it ist ein italienischer Provider und Hoster, siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Aruba_S.p.A. [6] Siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Winston_Smith_Project – benannt nach dem Hauptprotagonisten in George Orwells „1984“ [7] Download: https://sabot.media/api/media/files?key=media%2Fuploads%2Fpdf%2Fmedia-1601f2d1-e640-4257-b72b-cfd15bb21219-FREE_KAOS_BOOK.pdf [8] Die älteste noch aktive Antifa-Gruppe in den USA, siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Rose_City_Antifa [9] Office of Foreign Assets Control (dt.: „Amt zur Kontrolle von Auslandsvermögen“), siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Office_of_Foreign_Assets_Control
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The Server Called Paranoia: Defend Autistici/Inventati Before September 25
For twenty-five years, an Italian hacker collective has built communications infrastructure designed to survive censorship, surveillance and police raids. On August 26, the United States designated it a terrorist organization. On September 25, the wind-down period ends.
It should have been a dark and stormy night in an Italian hacklab.
It was, annoyingly, a beautiful sunny Sunday.
On March 3, 2001, roughly ten people gathered at the LOA hacklab in Milan around a computer assembled from discarded machinery. A bank had sold them an old server for the symbolic price of 15,000 lire, about eight dollars. They expanded it with scavenged components, including a hard drive pulled from someone’s home computer. Nobody arrived with a formal blueprint. Software packages were considered one at a time. Every decision was discussed until everyone agreed. Deliberately, the least technically experienced person was placed at the keyboard. The process took far longer than necessary because efficiency was not the only objective. Everyone was supposed to understand what they were building. That day, one participant later recalled, was when they declared: “A/I now exists.”
They named the machine Paranoia. The following month it went online, carrying two domains and two intertwined histories: Autistici.org and Inventati.org. Twenty-five years later, on August 26, 2026, the United States designated Autistici/Inventati a Specially Designated Global Terrorist and placed it on the Specially Designated Nationals and Blocked Persons list.
The distance between those two events—from a recycled machine in a Milan hacklab to the machinery of the American national-security state—is the history of a collective that has spent a quarter century insisting upon one dangerous proposition:
People should be able to communicate without first surrendering themselves to corporations or governments.
The immediate threat now has a date. On September 25, the temporary U.S. authorization for institutions to wind down their relationships with A/I expires. Banks, technology companies, hosting providers and other institutions are being instructed to sever what remains. A/I built its infrastructure to survive the disappearance of a server. The United States is now attempting to make the collective economically and technologically untouchable. Join us as we explore what A/I is, its history, and what this newest attack might mean for the autonomous tech collective and the wider radical community.
Before A/I: Italy’s underground internet
Autistici/Inventati did not appear from nowhere. Its roots run through more than a decade of Italian autonomous organizing, pirate radio, bulletin-board systems, squatted social centers, anti-capitalist movements and experimentation with computers as political tools. During the 1990s, networks such as the European Counter Network and Isole nella Rete provided online space for social movements when the internet remained unfamiliar to much of the public. Italy’s Hackmeetings brought programmers, activists, artists and the technologically curious together inside self-managed spaces. Hacklabs appeared in occupied social centers, where people could learn Linux, build networks and approach technical knowledge as something to be shared rather than sold. The future members of A/I came from several parts of this world. In Milan, people associated with the LOA hacklab used the name Autistici to describe their intense fascination with technology and their desire to expose the politics concealed inside it. In Florence, the Inventati project was more oriented toward communication, publishing and movement organizing. Its projects included Stampa Clandestina, a newspaper intended to be pasted directly onto city walls, and Spia la Spia, an effort to map surveillance cameras in public places.
People from Bologna and elsewhere were also involved. Many participated in the early development of Indymedia Italy, part of the international open-publishing network that allowed protesters and ordinary participants to report events without waiting for professional journalists to mediate them. The different groups shared a problem. Movements increasingly needed websites, mailing lists and private email, but independent infrastructure remained scarce. The existing European Counter Network was carrying too much of that burden. Commercial providers offered greater capacity, but at the price of money, dependence, surveillance and eventual censorship. In November 2000, Inventati sent the Milanese hackers an encrypted email asking to meet. The message was treated like something out of an amateur spy film: PGP keys, carefully arranged recognition instructions, a secret time and place. Then the Florentines arrived two hours late in a legendary rust bucket called the General Lee, honking outside the squat while police monitoring the building watched in bewilderment.
The agreed-upon historical fact is that everyone eventually ate at a pizzeria called La Balena. Over dinner, the Florentines revealed their allegedly seditious plan:
Build another autonomous server.
The intention was not to replace existing movement infrastructure with a new central provider. It was to multiply it. If there were thousands of autonomous servers, they reasoned, no single raid or seizure could shut down everyone’s communications. Autistici supplied much of the technical knowledge. Inventati brought its experience with publishing, cultural work and movement communication. Together they became Autistici/Inventati, usually shortened to A/I. The collective’s legal association was called Investici, but A/I never became a conventional organization. It had no coordinator, official leader or permanent spokesperson. Decisions were made collectively rather than by majority vote. Nobody was paid. Its resources came from voluntary donations, benefit events and the labor of the people maintaining it. The dual name was deliberate. A/I was a Janus-faced creature: one face technical, the other communicative; one facing the machine, the other facing the movements that needed it.
The server that locked itself out
The birth was not entirely glorious. On the second day of Paranoia’s existence, someone entered an inverted firewall command and accidentally instructed the machine to reject every connection not originating from itself.
The server could communicate only with the server.
The collective found this so perfectly on-brand that it printed the mistake on a T-shirt. That combination of technical seriousness and refusal of self-importance became part of A/I’s character. Later servers received names including Chernobyl, Astio—“Grudge”—Rivolta, Contumacia and Latitanza: Revolt, Contumacy and Life on the Run. Behind the jokes was a developed political position. Communication should be free and accessible. Knowledge grows through being shared. Software is not neutral simply because it operates in a supposedly virtual world. The systems through which people speak determine who can speak, who can listen, who owns the record and who can be silenced. A/I began providing websites, private email, mailing lists, newsletters and chat. Its services eventually expanded to include Noblogs, file sharing, audio and video conferencing, streaming, anonymous remailing and other communications tools—all without advertising or commercial data extraction.
Its manifesto describes the project in explicitly political terms. A/I is antifascist, anti-capitalist and antimilitarist. It promotes free software, encryption, pseudonymity and the independent circulation of knowledge and cultural work. It reserves its limited, volunteer-run resources for people and projects broadly compatible with those principles rather than businesses, political parties, organized religions or institutions already possessing the means to make themselves heard. A/I was never a politically neutral commercial host. But providing infrastructure is not the same act as authoring everything transmitted through it. Political affinity is not operational control. Giving someone an email account does not mean writing every message they later send. That distinction is central to the attack now being made against it.
Genoa: infrastructure under fire
Only months after Paranoia went online, the G8 came to Genoa. Many A/I participants were also involved with Indymedia Italy. They helped construct the movement’s media center, laying cables, configuring servers and building workstations through which protesters could report what was happening across the city. What followed was historic: enormous demonstrations, the police killing of Carlo Giuliani, indiscriminate beatings in the streets, torture and abuse inside the Bolzaneto barracks and the nighttime raid on the Diaz school. Official narratives competed with photographs, recordings and firsthand testimony transmitted through independent infrastructure. Genoa became one of the earliest major demonstrations to be documented from nearly every direction by its participants rather than exclusively through institutional media.
For A/I, it was also what the collective later called a “traumatic communion.” Its members experienced the same violence together while maintaining systems through which evidence of that violence could escape. After Genoa, A/I was no longer merely an interesting technical experiment. It had become trusted movement infrastructure. Demand grew rapidly. By 2003, A/I hosted more than 2,000 users, 205 websites and 269 discussion lists. Hosting those services for free was becoming unsustainable, while commercial hosting would cost thousands of euros annually. The collective answered with the KAOS tours: traveling gatherings combining benefit events, parties, public discussions and practical workshops. A/I members taught people how to configure servers, encrypt communications, edit and distribute video, create digital archives and stream audio.
The tours raised money, but their deeper purpose was political education. The collective did not want to become a group of invisible experts performing magic for passive users. It wanted the community to understand the machinery upon which it increasingly depended.
Every subsequent attack on A/I would produce a variation on this response:
Disclose what happened. Repair the damage. Share the lesson. Build something harder to destroy.
Trenitalia discovers the Streisand effect
A/I’s first major legal confrontation came in 2004. A design collective called Zenmai had created a website parodying the Italian railway company Trenitalia. It copied the appearance of the company’s website while denouncing Trenitalia’s involvement in transporting tanks and other military supplies during the invasion of Iraq. Trenitalia demanded the page’s removal, damages and publication of notices in two major newspapers at a projected cost of approximately €20,000. A court initially ordered A/I to take the parody down. The internet responded by reproducing it everywhere.
Trenitalia then demanded that A/I remove links to the mirrors as well—an argument raising the absurd possibility that linking to disputed material could make any search engine responsible for it. A/I appealed. On September 14, 2004, the court ruled that the website was protected satire grounded in factual controversy. The page returned, and Trenitalia was ordered to pay A/I’s legal expenses. It was an extraordinary victory for a small volunteer collective. But while A/I fought visible censorship in court, a more dangerous operation was taking place without its knowledge.
The Aruba crackdown
By then, A/I’s server was housed at the commercial provider Aruba in Arezzo. On June 15, 2004, Italian police arrived at Aruba under orders from a Bologna prosecutor. The company’s technicians shut down A/I’s machine and allowed police to copy material from its disks. Investigators obtained its cryptographic certificates and may have installed equipment capable of intercepting traffic. A/I was told that the interruption resulted from an electrical problem. The collective discovered the truth almost a year later, and only by accident.
In May 2005, A/I was ordered to close the mailbox used by the Italian Anarchist Black Cross, Crocenera Anarchica, amid a sprawling investigation involving allegations of anarchist conspiracy and subversion. A/I complied with the court order and requested the underlying case documents. Those documents contained messages that investigators should not have been able to possess. Buried in a footnote was the explanation: police had gone to Aruba the previous year and acquired access to A/I’s server. An operation purportedly concerned with one mailbox had potentially compromised thousands of accounts and tens of thousands of mailing-list subscribers. Among those affected were lawyers and technical experts working with the Genoa Legal Forum. Police may therefore have gained access to confidential defense communications concerning prosecutions arising from police conduct at the G8. The violation exposed a brutal truth. A/I could operate its own server, configure it carefully and refuse to retain identifying logs—but the physical machine remained in someone else’s building. A commercial provider could open the door, surrender its contents and conceal what had happened.
A/I removed the machine from Aruba, cleaned it and restored essential services. Parliamentary questions were raised in Italy and at the European level. The collective traveled through Italy and Europe explaining the breach. Most importantly, it rebuilt the network.
Plan R*: repression becomes architecture
The result was Plan R*, launched in October 2005: a network of “resistant communication.” Instead of concentrating A/I’s services on one machine, the collective distributed encrypted data and functions across servers in several countries. Public-facing machines could be replaced. Services could move when hardware was seized or a provider became hostile. The loss of one node would no longer expose or silence the entire community. R* meant replication, redundancy, resistance and other words beginning with R. Its architecture was conceived not merely to survive mechanical failure but to withstand political attack. A/I did not claim it could guarantee perfect security. On the contrary, it repeatedly warned users never to entrust their safety blindly to any provider, including A/I. It minimized logs and identifying information because information that does not exist cannot easily be seized. It encouraged users to encrypt their own communications because even the strongest server architecture could not compensate for unsafe individual practices.
The collective transformed a covert surveillance operation into an infrastructure lesson.
Repression became architecture.
The Vatican, a satirical video game and Norway
The pressure continued. In 2007, an Italian politician demanded action against Operation: Pedopriest, a satirical browser game criticizing the Catholic Church’s efforts to conceal sexual abuse by clergy. Its creator temporarily removed the game to protect the hosting provider. A/I then hosted a copy. Following a complaint from an unidentified child-protection organization, an American provider disconnected the entire Noblogs server. After consulting attorneys, the provider concluded that the satire was lawful in the United States and restored the machine. Plan R* kept the disputed material accessible elsewhere and limited the wider interruption. By then, A/I had become an important refuge from the emerging commercial social web. Noblogs offered independent publishing without advertising, data mining or demands that people attach their legal identities to everything they said.
Its users included movement organizations, personal writers, dissidents, artists and NGO workers operating in dangerous environments. In 2008, A/I received Italy’s Winston Smith “Privacy Hero” award for creating free communications infrastructure resistant to censorship despite scarce resources, technical attacks and repeated judicial interventions. Then, on November 6, 2010, Norwegian police copied an A/I server’s hard drives at Italy’s request. The investigation originated with threats and antifascist graffiti directed at members of the neo-fascist CasaPound organization. Authorities were seeking information concerning one mailbox. A/I had already explained that it possessed neither subscriber identities nor activity logs, but investigators apparently wanted to determine whether that was true.
Thousands of accounts were copied in the process.
Plan R* restored the affected services elsewhere within approximately two hours. Within twenty-four hours, the network was operating normally. The seized disks were encrypted and yielded no useful identifying information. The operation became a public scandal in Norway. Lawyers, journalists and technology organizations questioned why Norwegian police had copied thousands of people’s private communications in response to an inadequately explained foreign request. The underlying Italian investigation was eventually dropped. Where another organization might have interpreted repeated raids as proof that its project was impossible, A/I interpreted them as confirmation that the project was necessary. Its history is documented in the collective’s book, +KAOS: Ten Years of Hacking and Media Activism, and its own history of the collective.
August 26, 2026
The newest attack is of a different order. On August 26, the U.S. State Department designated Autistici/Inventati a Specially Designated Global Terrorist. At the same time, the Treasury Department’s Office of Foreign Assets Control placed A/I on the Specially Designated Nationals and Blocked Persons list under Executive Order 13224. This is not simply a condemnatory government statement. It activates one of the world’s most powerful systems of economic exclusion. The United States alleges that A/I supplies specialized digital architecture, encrypted communications and hosting to antifascist groups and other radical movements, including organizations already designated by the United States.
Treasury’s public announcement focuses upon the services A/I provides: foreign-hosted websites, encrypted email, chat, video conferencing and the digital architecture supporting Noblogs. It describes A/I’s antifascist and antimilitarist politics, its practice of selecting projects compatible with those politics and its provision of infrastructure used by the PKK. Treasury then treats the provision of that infrastructure as material or technological support for terrorism. (U.S. Treasury announcement) The State Department’s accompanying case goes further, presenting attacks, communiqués and publications that it says passed through A/I infrastructure. Its examples include alleged railway and pipeline sabotage in Europe, attacks on energy infrastructure, Rose City Antifa, resistance to Atlanta’s proposed police-training center, Jane’s Revenge and publications carrying statements attributed to armed organizations. (State Department designation) The government’s public statements do not show that A/I planned those actions, selected targets, transferred weapons, directed the cited groups or authored the material hosted on its systems. They do not establish when A/I learned of any particular act or whether it knew about it before it occurred.
Instead, the designation advances a broader and more consequential proposition:
Building communications infrastructure for radical movements can itself be treated as terrorism.
That theory collapses the distinction between a provider and a user; between political affinity and operational control; between protecting privacy and concealing a crime; between maintaining a publishing platform and authoring everything published through it. A/I has never claimed to be politically neutral. It built infrastructure precisely because radical movements needed somewhere to speak, publish and organize beyond corporate and state control. The United States is now using that purpose as evidence against it.
What happens on September 25
Because A/I is now on the SDN list, all of its property or interests in property within the United States—or possessed or controlled by a U.S. person—must be blocked and reported to OFAC. Unless an exemption or license applies, U.S. people and institutions are generally prohibited from providing or receiving funds, goods or services involving A/I. The restrictions can reach transactions passing through the United States even when the parties are located elsewhere. OFAC has issued a temporary license allowing transactions ordinarily necessary to wind down existing relationships with A/I until 12:01 a.m. Eastern time on September 25, 2026. Payments owed to the collective cannot simply be released to it; they must be placed in blocked accounts. After the deadline, covered transactions require another applicable authorization. September 25 is therefore the date by which American companies and individuals are expected to separate themselves from A/I.
The consequences may include the loss of:
- Bank accounts and payment processing.
- U.S.-linked donations and fundraising services.
- Hosting, cloud infrastructure and upstream network services.
- Domain registration and related technical services.
- Certificate, security and email-delivery accounts.
- Software and communications services.
- Relationships with non-U.S. providers frightened by American secondary sanctions.
- Access for people in the United States who currently use A/I’s services.
Foreign companies are not automatically governed by every prohibition imposed upon Americans. But OFAC warns that foreign financial institutions can face secondary-sanctions exposure for knowingly facilitating significant transactions on behalf of a designated entity. That warning may do as much damage as direct enforcement. A European bank, registrar or hosting company may not know precisely what American law demands of it. Its compliance department may simply decide that maintaining a relationship with a small Italian anarchist collective is not worth the perceived risk. Institutions frequently over-comply. Providers may close accounts or withdraw infrastructure even when the law does not clearly require them to do so. Organizations may remove links, avoid correspondence or terminate unrelated relationships merely because A/I’s name now appears on a terrorism blacklist.
That is how American sanctions acquire worldwide force: not only through legal jurisdiction, but through institutional fear.
The wider target is the community around the server
The designation may be directed at A/I, but its effects will not stop at the collective. A/I’s infrastructure is used by writers, organizers, researchers, artists, movement publications and people who chose it precisely because commercial platforms were unsafe, politically hostile or designed to extract their data. Those users are not automatically sanctioned because they have an A/I address or published on Noblogs. But once the provider itself is placed on a terrorism blacklist, ordinary association can be converted into a risk signal. A bank may scrutinize a payment. An email provider may downgrade or block delivery. An employer, border agent or investigator may treat an address as suspicious. A journalist may hesitate to contact a source. A researcher may avoid an archive. A new user may decide that opening an account is too dangerous. None of this requires the government to prosecute every person involved. The designation can produce its own perimeter of fear.
That is one reason this otherwise inexplicable move may be useful to the state even if A/I remains online. Earlier attacks tried to reach the collective through particular machines, mailboxes and providers. A/I answered by distributing its systems, encrypting its disks and retaining less information. Those practices made conventional seizure and surveillance less productive. Sanctions attack a different layer: the relationships that allow infrastructure to exist. Rather than breaking the encryption, the government can pressure banks, registrars, data centers, software companies and users to isolate the people operating it. Rather than prove in court that each user committed an offense, it can make continued contact costly and legally uncertain.
This is surveillance-state power operating through private intermediaries. The government does not need to place an officer inside every server room when compliance departments, payment processors and platforms can be induced to police the network themselves. Each institution will draw its own defensive boundary, often wider than the law requires. Some may demand more identity documents, retain more logs, monitor political content or refuse privacy-preserving projects altogether. Others may quietly close accounts and provide no meaningful avenue of appeal. Enforcement becomes dispersed across companies whose decisions are difficult to see, challenge or even document.
The resulting harm is not limited to censorship. It can change the architecture of movement communication. Small autonomous providers may conclude that serving controversial communities invites existential risk. Larger platforms may point to the designation as another reason to expand identity verification, automated moderation and data retention. Users may migrate from trusted movement infrastructure to commercial systems that are easier to monitor, subpoena and map. The state gains leverage even when it gains no plaintext from A/I’s encrypted disks: people separate themselves, providers collect more information and the social relationships surrounding dissent become easier to observe.
The precedent also reaches beyond explicitly anarchist or antifascist projects. If political alignment with users, privacy protections and the hosting of controversial publications can be assembled into a case that infrastructure itself constitutes support, then encrypted mail providers, radical publishers, community archives, VPNs, federated social networks, legal-support projects and other independent hosts all have reason to pay attention. The immediate facts and laws would differ in every case. The danger lies in normalizing the category: a communications provider no longer treated as a conduit or publisher with its own rights and responsibilities, but as a participant in every act the government attributes to anyone using its systems.
That does not mean the designation is secretly about every A/I user, or that every possible consequence will occur. The government has not publicly explained its internal strategy beyond the allegations in its announcements. But the structure of the action is visible. It replaces a narrow accusation against identifiable conduct with a broad penalty against infrastructure; shifts enforcement from a courtroom to a global web of cautious institutions; and makes uncertainty itself an instrument of control. The immediate objective may be to disable A/I. The wider effect is to warn anyone building communications beyond corporate and state supervision that the shelter they provide can be recast as evidence against them.
Can A/I survive this?
A/I has seen state repression coming for miles.
Its entire infrastructure assumes that:
- Servers will be seized.
- Providers will cooperate with police.
- Governments will demand information about users.
- Corporations will disconnect controversial material.
- Individual machines and locations will become unavailable.
- Data and services must therefore be encrypted, distributed and replaceable.
That preparation matters. A/I is based in Italy, not the United States. Its infrastructure is internationally distributed. Its services are maintained by technically sophisticated volunteers. It avoids dependence on any single provider, minimizes identifying information and has decades of experience restoring services during emergencies. It has no shareholders, corporate headquarters or conventional payroll. Its relatively modest operating costs and volunteer structure give the state fewer familiar pressure points. There is little reason to assume that the website, mail system or Noblogs will simply disappear on September 25. A/I may be better equipped to survive a seized or disconnected machine than nearly any communications project of comparable size.
But this is not another server raid.
Plan R* was built to survive machines disappearing. It cannot, by itself, prevent banks from blocking money, registrars from suspending domains or companies around the world from withdrawing services because they fear American penalties.
The designation targets the connective tissue around the servers:
- Banking.
- Donations.
- Domains.
- Data-center contracts.
- Bandwidth.
- Certificates.
- Software dependencies.
- International institutional relationships.
A/I has survived technical isolation before. The United States is now attempting financial and institutional excommunication. Its core services may be resilient. Its ability to fund them, replace infrastructure and participate in the broader technological system is at considerably greater risk. What happens after September 25 will therefore depend not only upon the architecture surrounding A/I’s data, but upon the solidarity surrounding A/I itself.
September 25 is not a deadline for silence
The designation is designed to isolate. The answer must be informed, independent and disciplined solidarity. People in the United States should not improvise donations, disguise payments or route resources through another person, organization, currency or country. That could create sanctions exposure for the supporter, the intermediary and A/I itself. The prohibitions can also extend beyond money. Coordinated technical assistance, translation, advocacy, event organization or other services provided to a designated entity may create legal risk.
But September 25 is not a deadline for silence. Independent reporting, criticism, protest, education and political advocacy remain possible. People can tell A/I’s history, examine and challenge the government’s claims, contact journalists and civil-liberties organizations, preserve public materials and independently organize against the criminalization of resistant communications infrastructure. The practical distinction is between speaking and acting independently about A/I and providing funds or coordinated services to A/I. The exact boundaries can be complicated. Anyone contemplating fundraising, replacement infrastructure, public mirroring or direct technical assistance should obtain qualified sanctions counsel. A February 2025 civil-liberties primer on material support and OFAC restrictions also warns that lawful or protected activity can still attract surveillance, investigation, immigration consequences or civil litigation. Supporters approached by law enforcement should decline to answer questions and speak with an attorney.
This article is reporting and political analysis, not legal advice.
What supporters can do before September 25
Tell the history. Share A/I’s story: the hacklabs, Paranoia, Genoa, the KAOS tours, the Trenitalia victory, the Aruba breach, Plan R*, Noblogs and the Norwegian seizure. Do not allow the government’s description to become the only publicly available account of what A/I is. Build a public defense coalition. Ask independent server collectives, digital-rights organizations, hacklabs, free-software projects, radical libraries, independent publishers, journalists, attorneys, researchers and former users to respond publicly. Preserve the archive. Servers can be seized. Domains can be suspended. Hosts can panic. Back up publicly accessible and historically valuable Noblogs writing, along with A/I’s manifestos, technical documents, legal records and movement history. Record source URLs, authorship, publication dates and retrieval dates. Respect privacy, copyright and removal requests. Do not access private accounts or circumvent security. Personal preservation, research archiving and ordinary journalism are not the same as publicly operating replacement infrastructure; anyone considering a public mirror should first seek qualified advice.
Document over-compliance. Record companies, banks, registrars, platforms and institutions terminating services or removing material. Preserve notices and correspondence. The public record should show how far the designation reaches beyond its formal language. Demand answers. Ask digital-rights groups, European institutions and public officials whether they will permit American sanctions to dismantle an Italian communications collective. Ask what protection exists for European infrastructure, users and archives. Organize independently. Hold public discussions about autonomous infrastructure, sanctions, surveillance and material-support law. Publish explainers. Teach encryption. Support independent civil-liberties work opposing expansive terrorism designations. Prepare lawful material support. A/I has historically survived through voluntary donations, but U.S. supporters should not send or reroute money while the designation applies without a clear authorization. Digital-rights and legal organizations can independently investigate lawful support mechanisms, licensing and potential delisting proceedings.
Listen carefully to A/I’s public response while keeping advocacy legally independent. The collective’s statement should inform how its history and circumstances are described. Any coordinated campaign, fundraising channel or direct service requires separate legal consideration. The immediate objective is to make A/I impossible to quietly disappear.
The network called solidarity
A/I has survived corporations demanding censorship, covert police access, confiscated disks, hostile providers, parliamentary attacks and international investigations. The Trenitalia case produced mirrors and a legal victory. The Aruba breach produced Plan R*. Provider censorship produced redundancy.
The Norwegian seizure demonstrated that the network could recover in hours. Each attempt to isolate the collective spread knowledge about how censorship and surveillance operate. Each attack became an opportunity to teach more people how to protect one another. The United States has now transformed that history into a global test. At stake is not only the survival of one Italian hacker collective. It is whether maintaining infrastructure for radical movements can itself be treated as terrorism; whether privacy can be redefined as concealment; whether refusing to collect identifying information can be presented as obstruction; and whether a provider can be held politically and legally responsible for every text, tactic and claim transmitted through its machines.
A/I has spent twenty-five years preparing for the day when a server disappears. It knows how to replace a machine, move a service, restore encrypted data and continue operating after police or providers pull a plug. The United States is attempting something different. It is trying to frighten banks, hosts, registrars, infrastructure providers and supporters around the world into abandoning the collective. Whether that succeeds will depend partly upon A/I’s architecture.
It will also depend upon us.
Between now and September 25, preserve the history. Share the story. Build the coalition. Document the isolation. Teach the tools. Prepare a lawful defense. Do not allow the state to quietly establish that building privacy-preserving infrastructure for dissent is itself an act of terrorism. Twenty-five years ago, ten people gathered around a recycled machine and deliberately took too long configuring it because everyone in the room was supposed to learn. That remains the lesson. Do not leave the knowledge with experts.
Do not leave the infrastructure in one place. Do not leave the targeted to stand alone.
The first server was called Paranoia.
The network it created was called solidarity.
Public statement from Autistici/Inventati:
Today we were made aware that the US Government has targeted a small, volunteer-run, technology collective from Italy with disproportionate sanctions as anyone can read in the Treasury Department Statement, the State Department Statement and the related Executive Order.
We deny all allegations included in the statements, while we strongly affirm our dedication to providing a platform of tools for digital self-defense, addressing the need of free communication for activists and other individuals, groups and associations.
We will not back down, we will keep doing what we have been doing all these years and we will do whatever is in our possibility to counter the false allegations made by a politically desperate administration with the sole intention of swaying people and media attention away from their own violence and warmongering.
Antifascism and anticapitalism are not terrorism. Protesting is not terrorism. And everyone has the right to speak out and to struggle for humanity.
Autistic/Invented Collective — “Socializing knowledge without establishing power”
Stay human.
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Sources:
https://sabot.media/post/the-server-called-paranoia
passiert am 27.08.2026